aktuelle News

Am 11.8.1978 wurde das SO36 mit dem 2 tägigen „MAUERBAU FESTIVAL“ - Zwei schräge Deutsche Nächte in Süd-Ost eröffnet. Das ist mittlerweile ganze 36 Jahre her. Eine hervorragende Gelegenheit, um unseren ganz besonderen Geburtstag zu feiern.
Es ist viel passiert in der Zeit, unter anderem fallen uns Stichpunkte ein wie Neubauten, Presslufthammer, Avantgarde, Black Flag, Neue Wilde, Slime ,Kommando gegen Konsumterror, Besetzung, Kennedys, Ärzte, Hosen, Atonal, Merhaba, IBA, Wiederbesetzung, Cafe Fatal, Kiez, Kollektiv, No FX, Buttgereit, Queerparty, Electric Ballroom, Rattenjenny, Karaokemonster, Hungrige Herzen, Platzhirsch, Bierdosenschlacht, Marianne Rosenberg, Mehrzweckhalle, Kippenberger, Oranienstrasse, Wigstöckel, Trashtunten, verbrannte Mülltonnen auf der Straße, Epicenter, Emma Peel, Agnostic Front, Sick of it all, U.K. Subs, Skatalites, Fettes Brot, SuperSexyBingo, Malaria, TCSD, Fussbodensanierung, Chaoten, Ugly X, Punkrock, Schallschutzmauer, David Bowie, Gayhane, Scherengitter, Beatsteaks, Kreuzberg, und und und...
Wir feiern das und uns und euch mit einer ganzen Woche voller Perlen aus den letzten 3 Dekaden, dem besten von heute und auch von allem was da noch kommt. Mögen unsere Gäste so vielfältig, bunt und gutgelaunt sein, wie es das Programm in den letzten 36 Jahren auch war.
Außerdem wird anlässlich des Jubiläums der berühmte Flur des SO36, derzeit noch aus 30m brutaler Pragmatik bestehend, zu einer Streetart-Galerie umgestaltet und am 7.8. (rauschend / feierlich / heimlich, still und leise) eröffnet.
Nebenan in der Galerie Krüger & Knoth wird am 9.8. eine Ausstellung zu „36 Jahren SO36“ eröffnet, bei der Originale aus 4 Jahrzehnten, Hörstationen, Audios und Videos geboten werden. Direkt danach spielen dann die alten D-Punk Helden TOXOPLASMA im SO36.
Zu den einzelnen Veranstaltungen und zur allgemeinen Historie des SO36 gibt es reichlich Foto und Textmaterial, das wir gerne mit euch teilen.

Und so sieht sie aus, die 36 Jahre SO36 Festwoche:

7.8. Flureröffnung
mit Flurparty

9.8. Ausstellungseröffnung
in der Galerie Knoth und Krüger (Oranienstrasse 186)

Im SO36 live:
TOXOPLASMA

11.8. Lesedüne
mit Texten zu 36 Jahren Kreuzberg

12.8. 36 Jahre - 36 Lieder Die Punkrock Geburtstagsparty
mit SLEIM- Live in Pankehallen 1984 ( die gasamte Platte inkl. aller Ansagen und Zwischenrufe!) Bad Brians (US Punk Cover bis 1989) Brutal Verbimmelt (D- Punk Cover bis 1989)

13.8. ZITTY Filmtablequiz „SO36 Special“

14.8. EA 80 „35 Jahre EA80 - 36 Jahre SO36“
Die ganz besondere Doppelgeburtstagssause

15.8. Dancing with Tears 80er Party „SO36 Special“

16.8. Große Gala „36 Jahre SO36“
Eintritt: 3,60€ , mit Fotoaktion, Schnapsbauchladen,
Moderation: Riza A. Cörtlen (Die Partei)
Queershow: Elvira Westwärts+Paula Sau+Renate Wanda DeLaGosse
Live: Eat Lipstick Djs DJ BOOGIE DAN , Spit ́n Sawdust, Cut Loose
Flurfloor mit Sideburns und Switchblades - Kiezrocker

mieschka | Di., 17. Jun 2014

Die TERRORGRUPPE wird am 28. Mai, fast 10 Jahre nach ihrer offiziellen Trennung, wieder auf die Bühne zurückkehren und damit nicht genug. Die Band hat bereits das Innere eines Aufnahmestudios betreten und fleißig an neuen Liedern gearbeitet. "Inzest im Familiengrab" heißt die neue EP, die mit 4 niegelnagelneuen Songs am 29.08.2014 erscheinen wird.
Auch die sonderbare Trackliste kann schon bekannt gegeben werden:

1. Inzest Im Familiengrab
2. Na Endlich
3. Bulimie-Bettina
4. Kotzende Teenager

mieschka | Mi., 04. Jun 2014

Mit One Week Records gründet Lagwagon-Frontmann Joey Cape ein neues Onlinelabel mit grandiosem Output und einem außergewöhnlichem Konzept!

Cape lädt je Album-Session einen befreundeten Musiker ein, sieben Tage in seinem Haus in San Francisco zu leben. In dieser einen Woche schreiben und recorden die beiden Künstler gemeinsam zehn Akustik-Songs, die gänzlich anders klingen als es das Fan-Ohr vom jeweiligen Musiker gewöhnt ist. Heraus kommen zehn atemberaubend schöne Singer/Songwriter-Perlen, die nur in diesem einmaligen kreativen Umfeld haben entstehen können. Jedes dieser digitalen Alben ist einzigartig und handgemacht - sogar das Cover wird vom jeweils geladenen Künstler mit Papier und Bleistift selbst gestaltet.

One Week Records erblickt am 16. Mai 2014 das Licht der Welt (in Anlehnung an den Lagwagon-Song "May 16th"). Den Anfang machen gleich zwei hochkarätige Musiker mit zwei wunderbaren Akustikk-Alben: Chris Cresswell (The Flatliners) und Brian Wahlstrom (u.a. Scorpios).

matthias | Sa., 17. Mai 2014

4.5.2014 Warm Up
im Freiluftkino im Haus Schwarzenberg (Rosenthaler Str. 39, Mitte)

8.-11.5.2014 Filmfestival
im Moviemento (Kottbusser Damm 22, Kreuzberg)

9.5.2014 Liveshow mit Los Fastidios (I), Nordwand (Bln) und Efa Supertramp (UK)
im Cassiopeia (Revaler Str. 99, Friedrichshain)

Auch in diesem Jahr präsentiert F.A.M.E.D. Booking wieder das einzig wahre Punkfilmfest in Berlin. Am 4.5. startet das diesjährige Punkfilmfest „Too Drunk To Watch“ mit einer Premiere, wir zeigen den besondere Tipp des Festivaldirektors „The Heart of Bruno Wizard“ plus Vorfilm im Freilichtkino im Haus Schwarzenberg in Berlin Mitte. Vor dem Film gibt es ab 14 Uhr eine Floh- und Trödelmarkt und ab 20:15 Uhr eine Live-Punk-Akustik-Show an gleicher Stelle.
Ab dem 8.5. zeigen wir an 4 Tagen, dann im Moviemento, Dokumentationen, Spielfilme, Kurzfilme und Musikvideos, die die Punkszene in der Welt wiederspiegeln. Allein aus Kanada sind folgende drei Filme am Start „Open your mouth and say … Mr Chi Pig“, „MTL Punk: The 1st Wave“ und „Last Pogo“. Auch werfen wir wieder einen Blick nach Asien: „Beijing Bubbles“ und „Punk im Dschungel“. Und das sind nicht die einzigen Filme aus exotischen Gefilden, denn sogar in Bayern existiert Punkrock: „Mir san dageng – Punk in München“. Neben den Highlights „The Punk Singer“ und „Sons of Norway“ unterstützen wir auch lokale Filme „Terrorgruppe: Sündige Säuglinge hinter Klostermauern zur Lust verdammt“ und „Die Ex bin ich“. Da die Punks ja mittlerweile auch Nachwuchs bekommen gibt es zwei ‘punkige’ Kinderfilme „Momo“ und „Pippi Langstrumpf“ und eine Dokumentation, die sich explizit mit dem Thema Punk und Kinder auseinandersetzt „The Other F-Word“.
Zusätzlich zu den Filmen erwartet euch noch ein fettes Überraschungsprogramm, wie etwa Acoustic Punk direkt im Kino und Cider zum Sonderpreis bei bestimmten Filmvorführungen. Um das ganze Wochenende angemessen zu feiern, haben wir auch ein feines Konzert mit *LOS FASTIDIOS* (Italien), *NORDWAND* (Berlin) und *Efa Supertramp* (Wales) auf die Beine gestellt, welches am 9.5. um 20 Uhr im Cassiopeia steigt.

Alle weiteren Infos sind auf *toodrunktowatch.de* zu finden.
Tickets für das Konzert: KoKa36 + Coretex + Vopo Records

*Und hier ist das Programm: *

*Too Drunk to Watch – Warm Up 04.05.2014 *
*Freiluftkino im Haus Schwarzenberg (Rosenthaler Str. 39, Mitte) *

14:00h Punk und anderes Zeug – Flohmarkt
20:15h Punk Akustikshow mit „Wayne Lost Soul“
20:45h „The Heart of Bruno Wizard“ + „Attack of the living dead punkers“

*Too Drunk to Watch 08.05.-11.05.2014 *
*Moviemento (Kottbuser Damm 22, Kreuzberg) *

08.05.14
14.00h Momo
16.15h MTL Punk – The 1st Wave + Last Pogo
18.00h Punk’s not dead
20.15h Akustikshow im Kino mit # Geigerzähler #
Punks im Dschungel
22.45h Taqwacore The Birth of Islam Punk

09.05.14
13.45h Pippi Langstrumpf
15.45h Open Your Mouth and Say… Mr. Chi Pig
18.00h Beijing Bubbles
20.00h Night of Punks + The Heart of Bruno Wizard
22.15h Terrorgruppe “Sündige Säuglinge hinter Klostermauern…”

10.05.
11.30h Momo
13.45h Night of Punks + Złodzieje Rowerów (poln. Doku)
15.45h Sankt Pauli! Rausgehen – Warmmachen – Weghauen
17.45h The Other F-Word
20.00h Akustikshow im Kino mit # Efa Supertramp #
The Punk Singer
22.30h Mir san dageng – Punk in München

11.05.
11.30h Pippi Langstrumpf
13.30h Rodrigo D: No Futuro
15.30h Squatterpunk
17.30h Die Ex bin ich (mit Regisseurin)
20.00h Akustikshow im Kino mit # Früchte des Zorns #
Sons of Norway
22.30h Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, die Mainzer wird geräumt! + Night of Punks + Last Pogo

matthias | Mo., 28. Apr 2014

Im Februar veröffentlichen wir das neue Pascow-Album, das unter anderem in einer limtierten Vinyl-Auflage erscheint. Dieses Vinyl wird begleitet von einem Buch, in dem zu allen 15 Album-Titeln Texte befreundeter AutorInnen erscheinen. Die AutorInnen kennen nur den jeweiligen Songtitel, aber weder den Sound noch den Text zum Song. In der Wahl des Text-Genres und der Länge sind sie völlig frei.

Nun sind 14 der 15 Songs-Titel bereits vertextet - nur ein einziger fehlt noch. Und diesen einen Titel schreiben wir öffentlich aus! Jeder, der sich berufen fühlt, ein Gedicht, eine Kurzgeschichte, einen Songtext, eine Kolumne oder was auch immer zu schreiben, kann dies gerne tun. Der Song heißt:
Smells Like Twen Spirit
Der Einsendeschluss ist Samstag, der 28.12.2013
Interessierte Schreiber senden ihre E-Mail mit dem Text an: buchprojekt@tanteguerilla.com

Die Band wird alle Texte lesen und dann entscheiden, welcher der eingesendeten Titel in ihrem Buch zum Vinyl erscheinen wird.

Na denn: Auf, Auf!

mieschka | Do., 05. Dez 2013

Neueste CD-Reviews:

aktuelle Interviews, Konzertberichte, usw.

Interview

Mitte letzten Jahres bekam ich von Rookie Records eine 7“ EP zugeschickt, von einer Band, von der ich vorher rein gar nichts gehört hatte. DIVING FOR SUNKEN TREASURE und ich hatte anfangs nicht so viele Erwartungen. Aber schon nach den ersten Takten des Titelstücks CARAVAN, war ich hellauf begeistert. Für den Herbst desselben Jahres war dann das ganze Album angekündigt worden und ich wartete sehnsüchtigst darauf. Allerdings verzögerte sich die Veröffentlichung und erst Anfang dieses Jahres erblickte MOTHERFUCKER JAZZ BAR das Licht der Schalplattenwelt und fortan war es dann ganz um mich geschehen. Den Stil zu beschreiben, den die Berliner Band spielt, ist nicht ganz so einfach. Zu viele verschiedene Einflüsse prägen das Bild der Band. Aber um es in einem Wort zu beschreiben. Es macht einfach nur SPASS.
Dann musste ich wieder mehr als ein halbes Jahr warten, bis ich die Band dann auch endlich mal live erleben konnte. Im Vorprogramm der kanadischen Band THE STANFIELDS spielten sie Ende September im COMET Club, was dann auch gleich mit einer Schrecksekunde verbunden war. Schon beim 3. Lied stürzte Sänger Huck mal eben über die Monitorboxen auf den knallharten Betonboden des Clubs und blieb erst mal liegen. Es sah nicht gut aus und man sah ihm seine Schmerzen auch wirklich an. Trotzdem spielte die Band das Set zu Ende. Respekt!!!
Um dies zu würdigen und auch die Band einem breiteren Publikum vorzustellen – denn sie haben es sich redlich verdient – musste ein Interview her, bei dem ich Euch hiermit viel Spaß wünsche…

Hallo Jungs! Na, die Show im COMET gut überstanden? Ich habe gelesen, dass der Arm tatsächlich gebrochen war. Könnt Ihr Euch noch erinnern, was genau passiert ist? Und wie schafft man es dann noch, das Konzert zu Ende zu spielen?

Die Comet-Show war saugeil! Arm gebrochen, Schulter ausgekugelt, Rippen gequetscht, Oberschenkel gezerrt, Knie geprellt. Ein ganz normales Konzert eben. Huck hat ja schon die letzte Tour mit zwei gebrochenen Rippen und ausgerenkter Wirbelsäule gespielt. Das konditioniert dann doch schon. Sobald man da aus der Ohnmacht erwacht muss man halt die Zähne zusammenbeissen. Gibt ja auch gute Presse und die zahllosen Fans wollen gerne ein bisschen Blut sehen.

Musstet Ihr jetzt Eure Konzerte in Flensburg und Eberswalde absagen?

Ja, leider.

Eigentlich ist im Netz ja schon relativ viel über Euch zu finden. Stellt Euch doch bitte trotzdem nochmal vor – wer, wie, warum, woher… usw.

Diving sind: Huckleberry Blues (Gitarre, Vox), Johnny Dingsbums (Drums, Vox), Max Paul Maria (Gitarre,Vox) und Chris McCool (Upright Bass, Vox)

Wir haben uns vor über sieben Jahren in Berlin zusammengefunden. Huck und Johnny hatten ein gemeinsames Bauunternehmen, das leider in die roten Zahlen geraten ist. Max kam gerade von einer seiner Forschungsreisen zurück. Chris hat Hunde mit Bifi auf der Strasse gefüttert. Dort haben wir ihn aufgelesen und ihm eine Matratze neben dem Ofen zurecht gemacht. Er war sehr dankbar. Irgendwann haben dann wir unser Straßenband-Dasein eingetauscht gegen regelmäßige Club- und Festivalgigs.

Macht Ihr trotzdem noch ab und zu „Straßengigs“? Und wenn ja, wie muss man sich diese dann vorstellen? Wo spielt Ihr? Und sind diese lukrativer als ein „normaler“ Gig?

Wir haben mit Diving schon seit längerer Zeit nicht mehr auf der Straße gespielt. Die Gründe dafür sind vielschichtig und komplex, z.B. keine Lust oder zu müde. Lukrativ sind diese Konzerte meistens nicht gewesen, vor Allem weil das verdiente Geld sofort in Bier und schnelle Autos (z.B.Taxi) umgesetzt wurde.

Ihr kommt alle aus dem Punk/Hardcorebereich. Dann habt Ihr Euch zusammengefunden und spielt jetzt einen sehr vielseitigen Mix diverser Genres. Seid Ihr letztendlich im Punk/Hardcorebereich an Grenzen gestoßen, die Ihr durchbrechen wolltet oder was hat Euch dazu bewegt, genau diese Musik zu spielen, die Ihr gerade spielt?

Der erste Beweggrund war ganz schlicht Faulheit. Wir waren es leid Verstärker und schwere Drumsets durch die Gegend zu tragen (jetzt tun wir das wieder). Doof gelaufen... Außerdem hatten und haben wir alle einen breit gefächerten Musikgeschmack und möchten Elemente aus Genres, die wir mögen miteinander verbinden. Denn immer das Gleiche wird, egal in welcher Richtung, irgendwann öde.

Vorab zum aktuellen Album erschien die Single CARAVAN. Auf der Bühne habt Ihr erzählt, dass Ihr eine Weile in so einem Caravan gelebt habt. Ist das tatsächlich so? Wo seid Ihr unterwegs gewesen? Wie kam das zu Stande und wie sehr schweißt das eine Band zusammen?

Man kann eine Band nicht zusammenschweissen! Gott bewahre! Wir haben es versucht und einen Gitarristen dabei verloren. Er ist erst vor kurzem aus dem Krankenhaus entlassen worden... Leider hat ihn dann der Linienbus überfahren.
Und: Jawohl! Es ist alles wahr! Wir haben im Wohnwagen gewohnt, sind damit aber garnirgendswohin gefahren. Der hatte nämlich keine Räder mehr und stand auf dem Hinterhof unserer Stammkneipe. Wahre Geschichte.

Generell scheint Ihr die Sehnsucht nach der Ferne im Blut zu haben. In Japan seid Ihr auch schon gewesen!? Wie kam das zu Stande und in wie weit kann man die Konzerte mit denen hier in Deutschland vergleichen?

Shanghai in Japan. Richtig. Das liegt in der Provinz. Oder haben wir das jetzt wieder nur geträumt? Wahrscheinlich war es doch nur Chemnitz. Jedenfalls wär es sehr schön gewesen. Aber Deutschland ist auch schön!

Apropos Reisen. Wenn man so viel reist, hat das Herz immer Sehnsucht nach der Ferne. Trotzdem seid Ihr hier in Berlin angesiedelt. Wie seid Ihr nach Berlin gekommen? Was hält Euch hier? Eigentlich stammt Ihr ja alle aus dem Süden Deutschlands, wenn ich richtig informiert bin…

Apropos Pelikane: Wir sind aus dem finsteren Süden geflohen, da wir dort zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurden. Man weiß ja, dort werden immer noch Leute verurteilt, die das Brot nicht in der Größe einer Elle des Kaisers backen. Und genau dabei wurden wir erwischt. Berlin ist da ja viel liberaler.... Und: Ja! Das Herz sitzt immer in der Reisetasche. Aber zu Hause ist es ja auch schön. Und das Bier ist billig.

Euer letztes Album „Raaa!“ kenne ich leider nicht. Doch wenn man Euer erstes, selbstbetiteltes Album mit dem aktuellen vergleicht, habt Ihr am Anfang rein akustisch angefangen. Auf MFJB sind dann doch wieder E-Gitarren zu hören. Wie kam diese Entwicklung zu Stande?

Diese Geschichte ist sehr lang und uninteressant.

In einer Review von den Kollegen vom MOLOKO PLUS steht geschrieben, dass sie Euer Album MFJB als „kaputtproduziert“ empfinden. Wie seht Ihr das? Das „Rauhe“ kann ja durchaus gewollt sein…

Das halten wir für richtig. Sie ist genau so kaputt geworden, wie wir sie haben wollten. Alles weitere hat Georg Kreisler schon gesagt.

Die Platte ist jetzt seit Anfang des Jahres draußen. Doch „nach der Platte“ ist ja immer wieder „vor der Platte“. Wo geht die Reise mit Euch hin? Wie geht’s jetzt weiter?

Jo, nech. Spielen, spielen, spielen so viel es geht. Wir haben viele neue Songs in Arbeit und sobald wir sie für wirklich reif halten gibt es eine neue Platte. Wir lassen uns da gerne von uns selbst überraschen.

mieschka | Fr., 25. Okt 2013

Wie ich gerade in meinen Ordner „Fanzineartikel“ auf meinem Computer schaue, sehe ich, dass ich lange kein Interview mehr gemacht habe. Schon komisch, wie sich das tägliche Brot verdienen auf seine Hobbys auswirkt. Tja, es einen manchmal sogar auffrisst.
Bei der Arbeit an der neuen Platte meiner Band ist es jedoch nötig geworden, ein Mitglied der Band HERMANN’S ORGIE ausfindig zu machen, weil wir eine Coverversion von ihnen auf eben jener veröffentlichen wollen. Allerdings gestaltete sich das gar nicht mal so leicht, denn im Internet ist kaum etwas über die Band zu finden.
Mit etwas kriminalistischen Geschick, welches ich wohl zum einen von meinem Vater geerbt und zum Anderen durch das sonntägliche Anschauen des Tatorts aneignen konnte, habe ich es dann doch aber irgendwie geschafft, Sänger Tom ausfindig zu machen. Da man ja aber ein Stück nicht einfach so covert und man ja auch gern herausfinden möchte, was hinter dieser Band steckt, lag es nahe, meinem Gegenüber ein paar Fragen zu stellen, die ich schon immer mal loswerden wollte. Leider hatte Tom so viel um die Ohren, so dass er die Fragen an Clement, den ehemaligen Bassisten weiterleitete. Der, mittlerweile in London lebend, hatte glücklicherweise etwas Zeit, meine Fragen zu beantworten. Es ergab sich ein ziemlich interessantes Gespräch, wie Ihr im Folgenden sehen werdet. Viel Spaß.

Hallo Clement. Durch stundenlange Netzrecherche habe ich es irgendwie geschafft, Dich ausfindig zu machen. Zuerst erreichte ich Tom, der am Telefon etwas überrascht klang, auf einmal nach über 30 Jahren mit seiner Vergangenheit konfrontiert zu werden, als ich nach einem Mitglied der Band HERRMAN’S ORGIE fragte. Ging Dir das genauso?

C: ich wurde gerade vor kurzem mit der 'Vergangenheit' konfrontiert, STEREO TOTAL hatten eine Cover Version von 'Moderne Musik' veröffentlicht (http://www.stereototal.de/music/parisberlin_de_info.html). Das war überraschend. Ich habe mir dann zum ersten Mal seit gut 30 Jahren die Musik mal wieder angehört und war noch mehr erstaunt festzustellen, dass mir einige Titel immer noch sehr gefallen.

Ich hatte zuerst Tom kontaktiert, der aber die Fragen an Dich weitergeleitet hat. Warum überlässt er Dir das Interview? Hatte er keine Lust, dazu noch Fragen zu beantworten oder hat er so viel zu tun?

C: Ich nehme an, Tom hat einfach sehr viel um die Ohren, im wahrsten Sinne des Wortes…

Über Eure Band ist im Internet sehr wenig zu finden. Es gibt eine halbherzige MySpace – Seite, die seit 2004 nicht mehr aktualisiert wird und hier und da ein paar Verweise auf die alten Platten. Warum kann man nicht mehr finden?

C: Diese MySpace Seite ist nicht von uns eingerichtet worden und auch nicht autorisiert. Wir denken aber drüber nach, noch mal etwas Hübsches zu machen.

Da ja nicht so viel zu finden ist, erzähl doch mal bitte kurz einen Abriss der Bandgeschichte (Gründung, Umfeld, Namensgebung, Auflösung, …)

C: Tom und ich hatten schon mit 14 zusammen musiziert. Wir hatten die Glam Rock Phase mit BOWIE, NEW YORK DOLLS und ROXY MUSIC gerade hinter uns und wollten selber Musik schreiben. Rock natürlich, und mit englischen Texten. Zwei Jahre später kam dann Punk auf, musikalisch änderte sich damit alles. Ich hatte die DAMNED in der Markthalle gesehen und Tom hatte die erste CLASH LP. Auf Parties ließ man einfach die ersten drei RAMONES Scheiben ohne Unterbrechung durchlaufen. Eine großartige Zeit, mit fantastischen Gigs in Hamburg, wir fühlten uns als wären wir allen 10 Jahre voraus. Punk hatte etwas Futuristisches. Kurze Haare waren in den 70ern eine Provokation, selbst unsere Lehrer hatten alle mindestens kragenlange Frisuren. Es gibt nichts Besseres als mit 16 Jahren in der Zeit einer musikalischen Revolution zu leben.

Trotz allem hatten wir nicht gleich den Impuls eine Punkband zu gründen. Es gab reichlich deutsche Bands die Englisch sangen aber das schien uns zu albern. Wenn schon deutschen Punk dann musste es auch Deutsche Texte haben. Das war wohl die einfachste Sache der Welt aber es hat lange gedauert bis wir uns tatsächlich trauten. Die deutsche Sprache war noch weitgehend mit dem deutschen Schlager synonym. Es war kein einfacher Schritt, und deutsche Reime zu schmieden schien schwieriger als Englisch und passte nicht so gut zur Musik - dachten wir zumindest. Letztendlich ging es besser als wir gedacht haben, trotzdem waren Bands die deutsch sangen selten zu der Zeit. Meine Freundin kam dann mit dem Namen HERMANNS ORGIE' auf, aus Spaß, wir wollten etwas Surreales und Witziges und das passte prima.

Dazu muss man sagen dass in Deutschland in den 70ern wenig gute Musik zu hören war. Im Radio gab es 'Musik für junge Leute' und sonst fast nichts. Die Musikpresse bestand aus Bravo, und ein Magazin, das 'Pop' hieß. Nur 'Sounds' brachte Berichte von der aktuellen Musikszene in den Staaten und in England.

Während bei der ersten LP 4 Bandmitglieder erwähnt werden, scheint es bei der Nachpressung, dass nur Du und Tom Mitglieder der Band gewesen seid. Ihr bedankt Euch dann „nur“ beim Trommler und dem Saxophonisten. Ward Ihr eigentlich eine 2-Mann-Band?

C: Tom und ich waren immer der Kern von HO und Schlagzeuger zu finden war immer schwierig. Wir wohnten in einem Hamburger Vorort und die meisten Schlagzeuger in der Provinz lebten noch im Prog-Rock Zeitalter. Carl Palmer war der Held des Kleinstadt-Drummers, nicht Rat Scabies. Wir fanden letztendlich Frank, der vorher in einer Tanzband gespielt hatte. Das gab unseren Songs einen leichten Disco Touch. Frank war auch noch nicht 16, deshalb ließen ihn seine Eltern nicht nach 10 Uhr abends in Kneipen auftreten. Zudem waren auch wenig Lokale bereit Punk Bands auftreten zu lassen. Wir hatten wenig Beziehungen zu der Hamburger 'in-crowd', oder genauer gesagt, wir hatten überhaupt keine Beziehungen.

Besteht denn noch Kontakt zu den anderen ehemaligen Musikern außer zu Tom? Was machen sie heute?

C: Nicht viel. Frank, der erste Trommler, hat mich mal über Facebook kontaktiert. Sonst nichts. Ich glaube Frank ist jetzt ein Mega-Producer im populären Musikbereich.

Eure Platten werden bei eBay immer noch zu horrenden Preisen verkauft. Wie groß war denn damals die Auflage. Es gab dann nochmal die Nachpressung mit schwarzem Cover, aber auch die ist nicht billig zu haben. Schon mal darüber nachgedacht, sie nochmals oder gar als CD zu veröffentlichen?

C: Wir haben es überlegt, aber die Zeit und das Geld, das erforderlich wäre macht es z. Zt. nicht möglich. Außerdem fehlen die originalen 8-Spur Aufnahmen...

Also wenn, dann würdet Ihr das liebevoll gestalten wollen und nicht einfach nur „von LP auf CD überspielen wollen“. Sehe ich das richtig? In dieser Hinsicht hat das Hamburger Label WEIRD SYSTEM tolle Sachen herausgebracht (z.B. die tollen Zusammenfassungen mit SLIME, NEUROTIC ARSEHOLES, TEMPO, etc.…). Da man ja ursprünglich aus derselben Stadt kommt, würde sich sowas ja vielleicht anbieten…

C: Ja, die Plattensammler, die die Original Scheibe haben, dürfen sich freuen, eine simple Neuauflage wird es nicht geben. Wenn überhaupt, würden wir das völlig überarbeiten und so machen, dass es uns heute gefällt und Spaß macht, daran zu arbeiten. Reine Nostalgie liegt uns nicht am Herzen, und mit den Musikpuristen, die nur die Originalaufnahme als authentisch betrachten, haben wir auch nichts am Hut.

Einige Lieder waren durch den Verlust der Bänder völlig verloren gegangen und ich würde gerne ein paar Stücke neu aufnehmen um zu sehen, wie sie klingen und ob die Lieder als Kompositionen noch Sinn machen. Danach muss man sich fragen: 'Mache ICH eigentlich noch Sinn? Macht es noch Spaß?' Und für all das braucht man halt Zeit, und die ist für uns Mangelware. Leider. Aber wer weiß, wir sind ja noch jung...

Wenn man im Netz ein wenig recherchiert bekommt man interessante Gerüchte zu hören. Z.B.: „.. dass der Band deshalb der große Erfolg versagt blieb, weil sie trotz Einladung zum "In die Zukunft"-Festival in der Hamburger Markthalle dort nicht auftraten - ihr Bassist (also Du) hatte seinen Winterurlaub schon gebucht und konnte ihn nicht stornieren!“ und „Ihre LP hat kultur-historischen Wert, weil sie u.a. DDR-Radio- und -Fernsehnachrichten verwendeten.“ . Was hat es damit auf sich?

C: Ich war in den Urlaub gefahren und Tom wollte mich von Hamburg aus in die Schweiz fahren um mich für den Abend abzuholen. Wahnsinn. 'Erfolg' hatte keine Bedeutung für mich, ich war gerade 18 Jahre alt und hatte meinen ersten Urlaub zusammen mit meiner Freundin. Das hatte Priorität. Die 'in die Zukunft' Festivals waren sehr merkwürdige Veranstaltungen mit ihrer Mixtur von Hardcore Punk und experimentellen New Wave Bands. Wir wären da irgendwie in der Mitte gelandet. Keine Ahnung ob uns das irgendwie geholfen hätte. Die 'Moderne Welt' LP war meiner Meinung nach so-oder-so ein Riesenerfolg für eine Punkband mit deutschen Texten, vor allem weil alles selbstproduziert und finanziert war. Tom hat da ganz fantastische Arbeit geleistet. "Punk" war aber mittlerweile auch schon gestorben. Das konnte man schon daran erkennen, das überall 'Punk's not dead' Graffitis auftauchten. In der Punk Szene hatte sich die Lederjackenuniform durchgesetzt. In der Markthalle tauchten die ersten Neo-Nazi Punks auf, die 'Subway Army', die ironischerweise von einem Farbigen angeführt wurden. Plötzlich war man in Schlägereien vor der Bühne verwickelt und die Musik wurde ein wenig schal. Und danach kam die 'Neue Deutsche Welle' und der Rest ist Geschichte...

Und was ist mit den DDR – Radio- und TV-Nachrichten? Was war da?

C: Das DDR Radio hatte uns fasziniert, die Identitätslosigkeit und Monotonie der Sprecher; die Situation, in der ein Land geteilt war mit zwei konkurrierenden Systemen... Ich weiß nicht ob man sich das heute noch vorstellen kann, aber es hatte schon damals einen sehr surrealen Touch. Es gab, nur wenige Kilometer entfernt, eine völlig andere Welt hinter einer hohen Mauer. Und alles was man davon zu hören bekam waren diese Roboterstimmen. Es war halt die Zeit des 'Kalten Krieges'. Das war unsere Erfahrung zu der Zeit. Verwirrung. Kontraste. Heutzutage müsste man die natürlich anders ausdrücken. Die 'Moderne Welt', hat sich vielleicht nicht viel verbessert, aber sie hat sich schon sehr verändert.

Und dort wurdet Ihr im Radio auch gespielt!?

C: Meinst Du im Osten oder Westen oder allgemein? Im Osten sind wir natürlich nicht im Radio gespielt worden... Wir sind unseres Wissens nur im West-Rundfunk gespielt worden, und da auch nur selten da wir nicht in der Gema waren (oder sind), d.h. ein Radio Sender musste vor spielen der Platte mit uns einen Vertrag machen.

Man findet auch relativ wenig Live-Reviews. Ward Ihr eher eine „Studio-Band“ oder habt Ihr schon des Öfteren Live gespielt. Wo seid Ihr überall gewesen? Eher im Raum Hamburg oder auch Deutschlandweit?

C: Außerhalb Hamburgs sind wir nie aufgetreten. Wie gesagt wir hatten keine Beziehungen oder Kontakte zu irgendwelchen Promotern.
Wenn wir Gigs erhaschen konnten waren diese meistens in den Vororten Hamburgs oder in Läden die nicht wussten, was Punk Rock war. So hatten wir dann einen Auftritt in den 'Hafenkasematten', damals Hamburgs ältester Jazzschuppen. Da haben wir dann vor drei entsetzten Jazzliebhabern gespielt. Die Aufnahmen davon haben wir für unsere erste selbstproduzierte Single verwendet (http://www.youtube.com/watch?v=tE6YFVp_bJU). Es wird niemanden überraschen, zu hören, dass wir danach nicht wieder in die 'Hafenkasematten' eingeladen wurden. Die Szene war auch ziemlich hart da, die Punks immer Ärger mit Teds und den St. Pauli Zuhältern hatten. Bei einem Gig in Bergedorf hatten wir auf einmal ca. 20 Teds im Publikum, die gehört hatten das eine Punkband auftreten würde, und versammelten sich drohend vor der Bühne und wir waren froh einigermaßen heil da raus zu kommen. Bin auch selber manchmal von Teds über den Hamburger Dom gejagt worden, aber sobald man in das Karolinenviertel kam war man sicher. Dort waren alle Kneipen die die Punks besuchten und das 'Rip Off', ein unabhängiger Plattenladen der auch heute noch besteht.

Anfang der 80er Jahre wurde dann wohl auch Euer privates Tonstudio ausgeraubt. Wie habt Ihr das verkraftet? Wurden die Täter jemals gefunden? Ihr habt ja auch die erste SLIME-Single veröffentlicht. Das waren ja die Bänder dann vermutlich dabei.

C: Nachdem das Studio ausgeraubt worden war, war es schwierig weiter zu machen. Die Situation war deprimierend und finanziell drückend.
Der Raub wurde ein paar Tage vor Inkrafttreten der Versicherung ausgeführt. Die Täter wurden nicht ausfindig gemacht, viele Wochen Arbeit waren verloren und es gab keine finanzielle Entschädigung.
Um die Schulden zu tilgen, musste die LP erscheinen, Tom schaffte mit den verbliebenen Mastertapes ein kleines Meisterwerk zu zaubern, aber trotzdem war es nicht das geworden, was wir erhofft hatten. Zusätzlich musste ich nach Berlin ziehen - aus Gründen, die allen, die alt genug sind, klar sein werden. Punk war zudem schon lange tot. Wir hatten andere Projekte die mehr experimentell, und für uns aufregender, waren. Tom hatte die 'Tonträger' und ich machte minimale Synth-Musik mit 'Tse Tse' (http://www.reverbnation.com/eplay/artist_890706).

Berlin hat mir nicht gefallen. Mit der Mauer und den Wachtürmen war es sehr klaustrophobisch (Tom hat das auch in 'Wir geh'n nach Berlin' sehr gut beschrieben). Ich bin dann nach London ausgewandert. London war immer mein musikalisches Mekka gewesen und ich habe dort immer in diversen Bands gespielt, ohne nennenswerten Erfolg, aber es machte alles nichts, denn ich lebte den idealen 'Punk' Lebensstil in netten Squats mit Drogen, Parties und viel Rock'n'Roll… bis vor einigen Jahren habe ich noch mit Garagepunk Bands gespielt und habe beim DIRTY WATER CLUB mitgeholfen, einem der letzten, wirklich der Musik gewidmeten Music Clubs in London (http://www.dirtywaterclub.com).

Das war damals sehr frustrierend und hat uns sehr viel Schwung genommen. Die geklaute Technik haben wir viel später dann nach und nach ersetzen können. Verloren gegangen waren aber auch ein halbes Dutzend Mastertapes unveröffentlichter Sachen. Das hat vielleicht zwei oder drei Hamburger Punkbands die „Karriere“ gekostet.

Aber für SLIME hat es wenigstens gereicht….?! Ward Ihr sozusagen teilweise auch „Wegbereiter“ für einige Bands?

C: Ja, SLIME waren ein Erfolg, einfach deshalb weil die Jungs prima Songs hatten, die provokativ und zum mitsingen geeignet waren. Die 'Bullenschweine' Single ist ein wahrer deutschsprachiger Klassiker.

Im Endeffekt waren viele in der Szene für die kleinen Erfolge verantwortlich. Die Bands, die Plattenläden die die Platten führten, die unabhängigen Vertriebe und natürlich die Labels, die das Geld zusammenkratzten um die Produktion und Pressung zu finanzieren. Es gab in dieser kleinen Szene einen sehr hohen Prozentsatz an kreativen Enthusiasten die nicht warteten bis sie vom System bedient wurden.

Ihr habt dann nochmal einen Neuanfang mit NEULAND versucht. Warum hat das dann nicht mehr funktioniert?

C: Das hat schon noch funktioniert. Aber Mitte der 80-er war die eigentliche Herausforderung nicht mehr, Platten nur zu veröffentlichen, sondern diese auch zu verbreiten. Also auch darüber nachzudenken, wie man Läden wie Karstadt dazu bringen könnte, Indie-Platten ins Regal zu stellen. Das klingt heute selbstverständlich - das war es damals aber überhaupt nicht. In den ersten Jahren des Punkrock waren die Platten nur über sehr wenige Läden zu bekommen. In vielen kleinen Städten gab es schlichtweg keine Möglichkeit an solche Musik zu kommen. Da half nur hin und wieder die Pilgerreise nach Hamburg, Berlin oder sonst eine größere Stadt in der Nähe. Tom hatte sich ab 1985 bis einschließlich 1998 (in verschiedenen Konstellationen) um den Vertrieb von Indie-Platten gekümmert.

Tom betreibt ja derweil ein Masteringstudio und mastert alles von BLÜMCHEN bis zu den SKATOONS. Er ist also immer in der Musik verwurzelt geblieben. Wie sieht es bei Dir aus? War das Dein Ziel oder hat sich das so ergeben?

C: Ich habe mein ganzes Leben lang Musik und Lärm gemacht und mache das auch noch heute. Auf dem Computer jetzt natürlich hauptsächlich, aber irgendwann werde ich sicher auch wieder 'ne Band gründen und zurück in den Übungsraum gehen. In 'ner Band zu sein ist zwar 90% Streit und harte Arbeit aber irgendwie vermisst man das. Und auf einer Bühne zu stehen ist fantastisch, selbst wenn es nur in der Kneipe um die Ecke ist.

Clement, Du lebst mittlerweile in London. Was machst Du? Liegt es nahe, wenn man in Hamburg wohnte, in die Welt hinauszuziehen?

C: Ich war damals in Berlin 'gestrandet', ohne Perspektiven. Dann bin ich für eine Woche, auf Urlaub, nach London gefahren, und nicht zurückgekommen. Als Hamburger fühlt man sich vielleicht sowie so schon ein wenig im Angelsächsischen zuhause, und London war in den frühen '80ern ein fantastischer Ort für jemanden der jung ist, und außer Musik nicht viel im Kopf hat. Die Stadt war ein Spielplatz, ein Fest fürs Leben, mit Konzerten, Clubs und Parties. Hausbesetzen war legal, so konnte man günstig wohnen und die Arbeit auf das nötigste beschränken. Und die Londoner waren extrem aufgeschlossen und aufnahmebereit.

An eine 'Karriere' war während dieser Zeit natürlich nicht zu denken. Mitte 30 habe ich dann noch schnell was studiert, und kurz danach kam dann das Internet. Es war wieder „Stunde Null“. Da hatte am Anfang keiner viel Erfahrung. Ich habe bei Apple im web-Team Arbeit gefunden und arbeite auch heute noch mit Web-Design. Der ex-Punk hat sich also halbwegs erfolgreich in die bürgerliche Gesellschaft wieder eingegliedert. Und Musik machen wir trotzdem noch. Es lebe die Technologie!

Hamburg wird nie aufhören mich zu faszinieren, aber ich bin da heutzutage nur noch Tourist. Persönlich würde ich jedem empfehlen, wenigstens einmal im Leben in ein anderes Land zu ziehen.

In Zeiten von Reunions – habt Ihr schon mal daran gedacht, wieder mal ein paar Konzerte zu geben. Es gibt ja schon ein paar Leute, die das hören wollen würden….

C: Haben wir nicht dran gedacht und das würde auch aus organisatorischen Gründen nicht gehen, von den persönlichen Implikationen ganz abgesehen. Wenn überhaupt, würden wir ein paar arbeitslose Jugendliche anheuern, denen Instrumente in die Hand drücken und unter dem HERMANNS ORGIE Namen auf Tour schicken! Dann könnten wir uns das Ganze von der Bar aus ansehen und mitlallen... Das wäre doch 'ne viel bessere Idee.

Haha. Das wäre ne Idee… Man blickt ja oftmals etwas wehmütig in die eigene Vergangenheit zurück. Was vermisst Du aus den alten Tagen und was hast Du Dir bewahrt?

C: Wir vermissen die besondere Wertschätzung der Musik im Allgemeinen und des Tonträgers im Besonderen. Mit dieser Wertschätzung sind wir aufgewachsen. Die Musik der Hippies und zu einem geringen Ausmaß auch die Musik der Punks hatte die Kraft, das Weltgeschehen zu beeinflussen. Von einer solchen Kraft kann in der heutigen Musikkultur nicht die Rede sein.

Clement, Vielen Dank für das Interview!

Mieschka Mayonaise
Fotos: Rüdiger Ladwig

mieschka | Mi., 07. Dez 2011

Im Oktober 2004 kam ich zum ersten Mal mit der Berliner Rockabilly – Formation in Kontakt. Das URBAN ZOMBIE – Label hatte mir gerade die Debütsingle der Band zukommen lassen und ich war von Anfang an begeistert. Später ergab sich immer mal wieder die Möglichkeit das Trio, welches im Lauf der Jahre auch ein paar Schlagzeugerwechsel verkraften musste, live zu erleben. Und das war immer ein Riesenspaß. Meine Konzertaktivitäten sind in den letzten Jahren leider etwas weniger geworden. Aber als dieser Tage eine neue 7“ der Band ins Haus flatterte, dachte ich mir, ich muss mal nachhaken, was ich so in den letzten Jahren verpasst habe. Leider hat es für den ganz großen Durchbruch noch immer nicht gereicht, aber das kann sich ja noch ändern. Die Leute, die von der Band bisher noch gar nichts wussten, sollten sich die folgenden Zeilen mal genau durchlesen, sich ne Platte besorgen oder laden und unbedingt mal ein Konzert besuchen. In Berlin ist die Chance dafür jedenfalls immer wieder ganz gut…

Hallo zusammen. Ich verfolge Euch ja schon ein paar Jährchen. Allerdings gibt es unverständlicherweise wohl Leute, die Euch noch nicht kennen. Von daher solltet Ihr Euch mal kurz vorstellen..

Kathy: Mit meiner ersten Band, THE ACCELERATORS in der UK Punkszene Ende der 70er Jahre, bin ich in die "School of Rock'n'Roll" gekommen….später habe ich weiteren, strengen Rock-Unterricht bei THE BIRDHOUSE erhalten und in den letzten Jahren folgte eine intensive Weiterbildung in Psycho- und Rockabilly

Robbi: Ich habe meinen musikalischen Werdegang in der Psycho-Szene im damaligen West-Berlin gestartet. Mein Opa war Kontrabassist beim UFA-Orchester gewesen und mich hatte daher dieses Instrument schon immer fasziniert, besonders die, für Rockabilly typische, Slaptechnik Nach etwa einem Jahr Unterricht auf einem Fretless E-Bass, habe ich mir mit knapp 18 einen Kontrabass vom ersten selbst verdienten Geld gekauft und THE RAWHEADS rekrutierten mich kurze Zeit später. Mit den Jungs habe ich mir dann etliche Jahre im Übungskeller die Finger blutig gespielt, Auftritte waren eher selten, aber eine EP kam 93 raus. Als ich Ende ´92 von MAD SIN gefragt wurde, ob ich nicht Holly, der damals keine Zeit und Lust mehr hatte, als Bassist zu ersetzen, zögerte ich nicht lange und sagte zu. Es folgten diverse Gigs in Deutschland und eine kleine Tour durch Frankreich und das fünfte Album der Band mit mir am Bass. Da ich mich letztlich aber meinem Studium widmen wollte und von bandinternen Problemen zu sehr genervt wurde, stieg ich im Herbst ´93 wieder aus und machte mit den RAWHEADS weiter, die immer noch parallel dazu existierten. 1995 produzierte ich mit ihnen das Album Inferno, aber kurze Zeit später zerstritten sich Sänger und Schlagzeuger und die Band zerbrach.
Ich dachte mir, es wäre an der Zeit mal etwas anderes zu unternehmen, wurde von der Berliner Hardcore-Punk Band FLAT EARTH aufgenommen und spielte erstmal eine Weile hauptsächlich E-Bass. Nicht allzu lang darauf begann ich dann aber wieder mit Drummer und Gitarristen der RAWHEADS zusammen zu spielen und übernahm nun auch den Gesang. Die Idee war, klassische Rockabilly Nummern im eigenen Stil zu interpretieren, was auch zu einem gewissen Grad zustande kam aber letztendlich dann an persönlichen Problemen des Drummers zum Scheitern kam. Immerhin hatte ich mir inzwischen ein nettes kleines Studio zusammengestellt und auch einige Erfahrung im Aufnehmen gesammelt. Ich lernte Kathy kennen und wir begannen zusammen mit DAVE CROME Kathy´s Songs aufzunehmen... Daraus entstand dann die „I Let the Devil in“ EP.

Dr Duck: Ich habe Anfang der 80er in West-Berlin mit Punk angefangen und bin mit meiner Band “ENDLÖSUNG” in Italien und Holland etwas herumgekommen. Hatte dann eine lange Phase die eher von Beruf und Familienaufbau geprägt war und mache jetzt seit 10 Jahren wieder ernsthafter Musik. KATHY X habe ich 2008 über einen gemeinsamen Freund kennengelernt, das war mein Einstieg in Rockabilly, wobei ich das schon immer gerne gehört habe.

Aus Eurer Bandbio hab ich erfahren, dass Kathy und Rob sich im FRANKEN kennengelernt haben. Wusstet Ihr in dem Moment – „Ja, das ist es – wir müssen eine Band zusammen machen…“? Erzählt doch mal über Euer erstes Aufeinandertreffen….

Kathy: Eigentlich hatte ich das Konzept eines Rockin' Trio in Gedanken schon entwickelt, mit Demo und Gig-Möglichkeiten, aber es fehlten mir die richtigen Musiker, und ich war sehr froh, als ein gemeinsamer Freund mir auf einer Party im Franken Rob Raw vorstellte….

Robbi: Ich war quasi ohne Band und offen für Neues. Als ich mich mit Kathy unterhielt, war sofort ein gutes Gefühl vorhanden und wir stellten schnell fest, dass wir dieselben Vorstellungen hatten, wie eine Band funktionieren sollte. Kathy gab mir auch gleich ihr Demo mit, das sie mit MARK PENNINGTON noch in England aufgenommen hatte und ein paar Tage später trafen wir uns bereits im Übungsraum und es war klar, dass wir zusammenpassten. Kathy hatte bereits vorher DAVE CROME kennengelernt und bei der nächsten Probe war er dann auch schon mit dabei.

Kathy, Du kommst ursprünglich aus London. Was hat Dich nach Berlin verschlagen und warum ziehst Du es immer noch vor, hier zu leben?

Kathy: Es war mein Schicksal nach Berlin zu kommen…. Mit einem bisschen Hilfe von den DEATH VALLEY SURFERS - ich war Gitarristin bei ihnen und wir sind ein paar Mal in Berlin aufgetreten. Ich war beeindruckt - Berlin war so locker im Vergleich zu London und bot mir einen kreativen Lifestyle, der so in London nicht möglich war.

Warum war das in London nicht möglich? London gilt doch eigentlich erher als „hip“ und nicht wenige sind in den 80ern nach England gezogen, gerade wegen dem dortigen Lifestyle. Was hat sich verändert? War dort „Punkrock“ tatsächlich nur eine Moderscheinung?

Kathy: Viele Menschen folgten ihren Träume nach "Swinging London" - ich bin selbst in den 80ern dorthin von Liverpool zurück gezogen. Aber ihre Kreativität ging runter, als sie nach und nach entdeckten, daß man ständig Geld braucht. Dann mehr Geld. Die soziale Erwartung ist es, Eigentum zu kaufen - egal wie hässlich und wie teuer. Die weiteren Gründe für mich waren: erstens das Aufkommen der sogenannten "Live DJs" zum Ende der 90er, die einen Großteil ehemaliger Bandauftrittsorte und das Publikum übernahmen und zweitens die Popularität des "shoegazing" Indie Pop, was mit meinen Stil nichts zu tun hatte. Bezüglich des Punk, ich bin Rock 'n' Roll Musiker, und will keine langweiligen sozial Kommentare machen….Punk war für jeden etwas anderes.

Eigentlich sehe ich Euch ja eher als eine Art „7“-Band“, weil Ihr meistens Eure Sachen gleich als EP veröffentlicht. Und so habe ich Euch auch kennengelernt. Dennoch erschien 2004 eine Full-Lenght CD. Auf einem polnischen Label. Wie kam es dazu? War das eine Ausnahme?

Robbi: Das Album READY FOR ANYTHING entstand, nachdem wir ein Konzert in Warschau gegeben hatten und direkt im Anschluß vom Label COSMIC RECORDS gefragt wurden, ob wir mit ihnen eine CD machen wollten. Natürlich wollten wir und die Zusammenarbeit war auch außerordentlich gut und professionell. Wir waren eine Woche in Olstyn im Norden von Polen, nicht am Nordpol, in einem ausgezeichneten Studio und wurden bestens betreut. Die vertraglichen Angelegenheiten wurden in gemeinsamer Übereinkunft geregelt und die Konditionen für uns waren absolut fair und positiv. Leider entwickelte sich COSMIC dann aber in eine andere Richtung und stellte die Tätigkeit als Plattenlabel anderthalb Jahre später völlig ein. Im Grunde kann man sagen, daß es ein polnisches Start-Up Unternehmen war, das sich wohl doch etwas zu viel vorgenommen hatte und nicht genug Erfahrung in der Musikbranche mitbrachte, um längerfristig Bestand zu haben. Seitdem haben wir uns ausschließlich selber produziert und auf das konzentriert, was wir mit eigenen Mitteln bewerkstelligen und finanzieren können. Nicht zuletzt, weil wir nach wie vor nur wenig, wenn nicht gar keinen Support von anderen Labels, Bookern oder Agenturen angeboten bekommen haben.

Woran kann denn das liegen? Rockabilly ist doch derzeit sehr angesagt und mit Euren Connections zur Berliner Szene sollte sich da doch etwas machen lassen...?

Kathy: Die Rockabilly Szene in Berlin wirkt manchmal etwas geschlossen und konservativ - Die "Rockabilly Leute" sind vielmals fixiert auf traditional Rockabilly. Wir haben eine Menge "Crossover" Songs - und am Schlimmsten: wir haben keine Quiffs und Tattoos.

Manchmal sind Eure Sachen aber auch „schwer“ in handlicher Form zu bekommen. Sie werden fast ausschließlich auf Download-Portalen wie CDBaby oder iTunes veröffentlicht. Was ist der Grund? Steht Ihr nicht so auf „Handfestes“ Zeug?

Robbi: Ganz und gar nicht. Wir lieben Vinyl und Tonträger jeglicher Art. Der Grund für die Veröffentlichungen als Download liegt einzig darin, daß wir so wenigstens überhaupt etwas veröffentlichen können und zudem auch gleich international... Die aktuelle Vinyl-Single ist ja auch wieder eine komplette Eigenproduktion auf dem Mini-Label unseres Drummers... Da wir nur ein kleines Trio ohne großartiges Budget sind, ist es für uns praktisch unmöglich, ohne weitere Unterstützung durch ein Label oder einen Vertrieb größere Schritte zu machen...

Habt Ihr denn einen Überblick, wie oft Eure Sachen heruntergeladen wurden und woher? Das wäre ja mal ziemlich interessant. Vielleicht motiviert das ja einen engagierten Booker, wenn er das hier liest. Und auch als Band ist es doch sicher schön zu sehen, dass hunderte Leute aus den von den Fidji-Inseln Eure Platte runterladen. Vielleicht kann man da ja auch mal spielen…;-)?

Kathy: Es gibt, soweit wie ich weiß keine onestop-Überblickmöglichkeiten, außer, eine Marketing Firma zu mieten. Ich versuche uns weiter zu bringen durch Reverbnation, Soundcloud, Facebook und co. Sie sind alle riesige Zeit-Vampire, aber ich entdecke ab und zu nutzbare Statistiken ….Weißt du, daß wir momentan Nummer 3 in den Reverbnation Charts in der Kategorie "Rock Charts Berlin" sind? Ich bin so aufgeregt, ich muss mich sofort hinlegen, und eine Tasse Kamillentee nehmen.

Zwischendurch gab es mal ein paar Probleme mit Euren Schlagzeugern. Was war da los? Dave ist zurück in die USA gegangen, dazwischen halfen Tom "Blocky" Block & Tom Petersen (von Berlins legendärer Band PVC) aus, bis Ihr schließlich in „Dr. Duck“ Euren neuen Drummer gefunden habt. Wie waren da Eure Erfahrungen?

Robbi: Dave war zu Beginn der Bandgeschichte der perfekte Drummer für uns. Seine Erfahrung und seine Art zu spielen waren die ideale Ergänzung zu Kathy´s Ideen und für die Entwicklung der Band. Das er zurück in seine Heimat gegangen ist, war sehr schade, aber natürlich müssen wir das respektieren. Als wir dann nach längerer Suche auf Blocky stießen, kam wieder neue Energie hinzu und Blocky hatte eine sehr große Spielfreude. Leider stellte sich aber heraus, daß er doch ein völlig anderes Verständnis von der Disziplin hatte, die Kathy´s und meines Erachtens nach für ein gemeinsames Miteinander in einer Band nötig ist. Daher trennten sich unsere Wege recht bald wieder. Mit Tom habe ich gemeinsam drei Jahre bei der Neuauflage von PVC mit dem Original Gründungsmitglied Gerrit Meijer verbracht und als Rhytmusgruppe einen sehr guten Draht aufgebaut, so daß es nahe lag, mit ihm auch bei KATHY X zusammenzuarbeiten. Er wollte aber nicht als festes Bandmitglied dabei sein, da er musikalisch seine Freiheit brauchte und andere Projekte für ihn genauso wichtig waren. So war er als Session Drummer bei KATHY X dabei und hat auch bei den Aufnahmen für die 6-Track CD X-APPEAL mitgewirkt. Schließlich haben wir mit viel Glück und Zufall Felix aka "Dr. Duck" gefunden, der seitdem durch seine große Spielfreude und freundschaftliche Bindung das Trio wieder komplettiert.

Dr Duck: Mir macht KATHY X unglaublich viel Spaß, neben der Musik liegt das vor allem an der lockeren und unkomplizierten Atmosphäre innerhalb der Band, in der man Probleme offen ansprechen kann ohne dass dabei eine komische Stimmung entsteht.

Ihr habt gerade eine neue 7“ herausgebracht. „Fluch der Pharaonen“ heißt diese. Zufrieden damit? Außerdem gibt es diesmal einen deutschen Text. Wie kam es dazu?

Robbi: Wie oben bereits angedeutet, versuchen wir alles nach unseren Kräften mögliche zu unternehmen, um KATHY X bekannter und erfolgreicher zu machen. Eine Single ist unserer Meinung nach wie vor die ursprünglichste Art, einen Tonträger herzustellen und erfreut sich gerade bei Sammlern und Enthusiasten uneingeschränkter Beliebtheit. Deshalb war für uns klar, daß wir wieder eine 7" rausbringen wollten. Finanziell bewegt sich so eine Produktion auch in einer Dimension, die mit unseren Mitteln realisierbar erscheint. Ich bin seit jeher ein großer Fan der KREWMEN und CURSE OF THE PHARAOHS hat es mir so angetan, daß ich mich vor einigen Jahren an eine deutschsprachigen Adaption des Textes gemacht habe. Nachdem ich vom ehemaligen KREWMEN Sänger MARC COLE auch ein persönliches OK für diese bekommen hatte, lag es nahe den Titel auch aufzunehmen. Auf der X-APPEAL war zwar schon eine Version mit TOM PETERSON am Schlagzeug, aber wir wollten mit Felix nochmal ein etwas authentischeres Feeling hinbekommen, was uns auch gelungen ist, denke ich. Der Song ist sozusagen eine Hommage an meine Lieblings-Psycho-Band aus den alten Tagen und ein wenig humoristisch in der deutschen Version, so in Anlehnung an deutsche Schlager der 20er und 30er... so in Richtung MAX RAABE goes Psycho... Außerdem wollte ich bei der Fülle an Kathy´s Songs auch mal einen gesanglichen Beitrag für die Band leisten...

Immer wenn ich einen Newsletter von Euch bekomme, spielt Ihr meistens in Berlin. Habt Ihr nicht die Ambitionen auch mal außerhalb zu spielen? O.k., Ihr wart in Hamburg, Polen und auch in England. Aber das, so scheint es mir, sind einzelne Gigs und keine wirklichen Touren. Woran liegt das?

Kathy: Könntest du uns einen zuverlässigen Tour Manager oder eine Agentur besorgen?

Robbi: Zurück zu alten Problem. Kein Label. Keine Booking Agentur...keine Touren. Die Zeiten, in denen ich mit einem geborgten VW-Bus quer durch Europa kreuze und wir für ´nen Kasten Bier und eventuell einen Schlafplatz bei irgendeinem Bekannten vom Freund des Schwagers des Veranstalters zweieinhalbstunden lang auf der Bühne die Post abgehen lassen, mit komplett eigener Backline und ohne Roadies, versteht sich, sind für uns leider wirklich vorbei. Wir möchten eine gute und möglichst professionelle Show bieten und das bedeutet einen gewissen Grundaufwand an Transport und Logistik der sich schlicht und ergreifend im allerseltensten Fall einigermaßen rechnet. Mit PVC hab ich das noch bis vor knapp zwei Jahren gemacht, aber das war erstens Punk-Rock, zweitens außerordentlich kräftezehrend und letztendlich mehr oder minder auf eigene Kosten. Es geht ja nicht darum, dick abzukassieren, aber ehrlich gesagt finde ich schon, daß eine gute Show auch für die Künstler eine entsprechende Gage erzielen sollte. Leider sind da seit geraumer Zeit von Seiten gewisser Veranstalter andere Vorstellungen an der Tagesordnung...

Dr Duck: Wir versuchen schon das zu organisieren. Viel mehr als eine Wochenendtour kommt dabei leider aus finanziellen Gründen nicht heraus, man braucht einen besserbezahlten Gig, der die Unkosten einbringt und kann dann ein paar kleinere drum herum machen.

Das kann ich gut nachvollziehen. Dann spielen sicher auch die Jobs eine Rolle, oder? Was macht Ihr sonst so nebenbei? Rob – Du betreibst ein kleines Studio, wo Ihr Eure Sachen selbst aufnehmt. Kannst Du davon ein bisschen leben oder ist das noch ein weiteres Nebenprojekt?

Rob: Mein Studio ist eigentlich ein reines Privatvergnügen, das nur für unsere eigenen Projekte und gelegentlich für befreundete Künstler genutzt wird. Im Moment bin ich gerade dabei, endlich meine Diplomarbeit fertig zu stellen und das Geld zum Leben verdiene ich als Kurierfahrer einer Apotheke.

Dr. Duck: Ich arbeite als Softwareentwickler.

Kathy – Du gibst auch viele Solo-Shows. Inwiefern unterscheiden sich diese Gigs von normalen KATHY X Konzerten. Und worauf liegt Dein Hauptaugenmerk. Die Band oder die Solo-Shows?

Kathy: Sobald ich rocke, ist mir das egal…

O.k., dann wünsche ich Euch noch viel Spaß und Erfolg in der Zukunft & dass noch viele weitere 7“ folgen mögen. Danke für das Interview und bis zur nächsten Show. Any last words?

Kathy: Der Schlagzeuger hat immer das letzte Wort…..

Dr Duck: Haut rein! So long, goodbye and good luck!

http://www.kathy-x.de

mieschka | Mo., 28. Nov 2011

Konzertbericht

Soooo...Sechs Jahre haben die Bouncing Souls auf sich warten lassen, bis Sie 2012 ein neues Studioalbum, so called „Comet“, auf den Markt brachten.

Beim ersten Reinhören wird klar, neu erfunden haben Sie sich nicht. ALLERDINGS schaffen sie es immer wieder den ein oder anderen hitverdächtinen Song zu präsentieren. Bill Stevenson, der Drummer der Descendents, und Jason Livermore nahmen im „The Blasting Room“ in Colorado die neue Platte der Band auf. Die Liste der dort produzierten Punk-Rock Scheiben ist lang. Somit lagen die Jungs nicht falsch, die beiden namenhaften Produzenten mit ins Boot zu holen.

Beim zweiten Anhören kann man schon mitsummen und beim dritten kann man den Refrain schon fast, auch wenn nicht ganz textsicher, im Auto mitgrölen.
Mit „When she`s so cold to me I´m always in trouble, I never know why“ stimmen die Jungs „Coin Toss Girl“ an und man muss zugeben...der Song fetzt. Die Tracks „In Sleep“, „Ship in a Bottle“ und „Fast Times“ überzeugen auf Anhieb.
Rund um kann die Platte mit den alten wie „How I Spent My Summer Vacation“ oder „Anchors Aweigh“ mithalten.

Am 25.06.2013 stellten sie das neue Album im SO36 vor. Neben den neuen Songs packten Sie alle Hits aus, die das Herzchen begehrt. Die Setlist beinhaltete neben den üblichen Verdächtigen wie „True Believers“, „Late Bloomer“ und „Manthem“ die Kracher „Lean on Sheena“, „Anchors aweigh“ und „Kate is great“. Da kamen Erinnerungen und Freude hoch.

Zwischenzeitlich war man sich nicht sicher, ob Mr. Attonito wirklich live sang, und auch seine Bühnenperformance glich eher der eines Schlagersängers, ABER die Stimmung war super und das zählt. Eine Zugabe gabs und nach gut 1,5 Std konnte man zufrieden und wieder mit lauter Ohrwürmern nach Hause gehen. Runder Abend, gerne wieder...

von If Fets

Gast | Fr., 19. Jul 2013

Kolumne

Liebe ältere Herren des DFB,

In Zeiten, wo der Stadionbesuch eines Bundesligaspiels immer gefährlicher wird, die Fankurven von gefährlichen Schwerstkriminellen und Gewaltverbrechern okkupiert sind, so das ein Marcel Reif sich kaum mehr traut, seine Kinder mit in die V.I.P Logen dieser Republik zu nehmen und die Bundesliga sich von einem Zuschauerrekord zum nächsten quälen muss, bewundere ich Ihre Aufrichtigkeit als „Fels in der Brandung“ im Kampf gegen Wunderkerzen und Gewalt. Mit Abscheu und Trauer habe ich daher die unschönen Ereignisse dieser nach dem DFB-Pokalspiel 1.FC Nürnberg gegen die SpVgg. Greuther Fürth zur Kenntnis genommen. Allerdings vermisse ich bis heute, neben dem entsetzten Aufschrei der Medien, die Meldung über Ihr hartes Durchgreifen und eine harte Bestrafung des Vereins 1.FC Nürnberg, die sich in Anlehnung an ähnliche Präzedenzurteile Ihrerseits in den letzten Monaten ja nur in der Größenordnung eines Ausschlusses vom kommenden Pokalwettbewerb bewegen kann, zumal die „sogenannten Fans“ dieses Vereins ja keine unbeschriebenen Blätter sind. Bitte lassen Sie es nicht zu, dass diese „Unverbesserlichen“ unseren Sport kaputt machen!

Und warum hat der Sportskamerad Hubnik nur ein Spiel Sperre für die Schauspielerei des Herrn de Camargo bekommen? Wo doch der Sportskamerad Raffael für eine vergleichbare nicht begangene Tätlichkeit im Spiel bei der TSG Hoffenheim immerhin 3 Spiele Sperre erhielt. Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit? Denken Sie an all’ die Kinder und Jugendlichen, die in Ihrem Verband trainieren! Sollen die eines Tages auf die Idee kommen, Betrug könnte sich etwa nicht mehr lohnen?

Daher mein Appell an Sie! Lassen Sie es nicht zu, dass sich gutgläubigen Anhängern wie mir der Verdacht aufdrängen könnte, Sie würden die Werte, die Sie sich so gern auf Ihre Fahnen schreiben, gar nicht leben und analog der Ahndung von Lizenzverstößen in den letzten 20 Jahren immer noch mit mehrerlei Maß messen!

„… but some are more equal …“

Bitte geben Sie mir meinen Glauben an sportliche Gerechtigkeit & Integrität zurück!

In der Hoffnung auf einen baldigen positiven Bescheid von Ihrer Seite verbleibe ich

Mit sportlichen Grüßen

Krane

Gast | Fr., 10. Feb 2012

In der folgenden Serie möchte allen Interessierten einmal kurz darlegen, wie wir unsere Seite eigentlich erstellt haben und betreiben. Es klingt ziemlich abgedroschen, aber: Das Wichtigste ist das Konzept! Du brauchst eine klare Vorstellung, wie deine Webseite später funktionieren und betrieben werden soll. Danach richten sich die weiteren Schritte.

Im Falle von VoiceOfCulture (und das soll hier unser Leitfaden sein) haben wir uns für ein Content-Management-System (CMS) entschieden. Das bedeutet, dass die komplette Webseite datenbankbasiert ist. Also alle Inhalte werden in unserer MySQL-Datenbank gespeichert und per PHP ausgegeben. Es gibt die verschiedensten CMS, die sich auch in ihrer Konzeption und Bedienbarkeit unterscheiden. Die bekanntesten sind: Typo3, Joomla, WordPress und Drupal. Diese sind kostenlos verfügbar und es gibt große Communities, welche sie ständig weiterentwickeln und sich einander Hilfe bieten. Mehr zu diesem Thema findest du in den Weiten des WWW.

Wir haben uns für Drupal entschieden und ich möchte im Folgendem kurz darstellen, wie genau wir VoiceOfCulture aufgebaut haben.
Die wichtigste Voraussetzung für das Erstellen und Betreiben einer Seite mittels Drupal und den meisten anderen CMS ist ein eigener Webspace mit PHP und MySQL. Dazu gibt es zahlreiche Web-Hoster, die entsprechende Pakete anbieten. Dort ist dann gleich eine Domain inklusive, unter der man seine Seite im WWW verfügbar machen kann. Unsere Seite läuft bei www.allinkl.com. Das Drupal-Paket kann man sich kostenlos auf www.drupal.org oder als vorgefertigte deutschsprachige Version auf www.drupalcenter.de herunterladen.

    Zusammengefasst brauchst du:
  • ein Konzept
  • einen Web-Hoster (mit MySQL, PHP und Domain)
  • das kostenlose Drupal-Paket

Sobald du alle Voraussetzungen (mehr zu den Systemanforderungen z.B. hier: www.drupalcenter.de/handbuch/319) erfüllt hast, geht es los. Am besten liest du dich dazu ein wenig in die Materie ein. Es gibt sehr gute Bücher und viele Anleitungen im Netz. Zunächst installierst du Drupal auf deinem Webspace und folgst dabei den Hinweisen auf www.drupalcenter.de/handbuch/318 .

Da Drupal modular aufgebaut ist, was auch eins seiner größten Stärken ist, verwenden wir noch zusätzlich zur Standard-Installation folgende Module, die wir ergänzend installiert haben:

  • Views
  • Date
  • Chaos tool suite
  • Reference/ Node Reference

Soviel zu den Voraussetzungen für eine Terminseite, wie sie wir mit Drupal 7 auf VoiceofCulture umgesetzt haben. Im nächsten Teil werde ich kurz darstellen, welche Inhaltstypen wir erstellt haben, um: Konzerttermine einzutragen, mit den entsprechenden Veranstaltungsorten zu verknüpfen und wie wir diese dann automatisch nach Datum sortiert ausgeben.

matthias | Fr., 06. Jan 2012

Aus dem Blätterwald:

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